memory
2026
Im Jahr 1959 erschien im Ravensburger Otto Maier Verlag erstmals das Spiel Memory, eines der weltweit beliebtesten Legespiele. Motive wie Apfel, Schnecke, Eule oder Raute haben sich seither in das visuelle Gedächtnis mehrerer Generationen eingeschrieben. Die grafische Gestaltung der quadratischen Kärtchen ‒ mit kleinen Ungenauigkeiten, dem Aufblitzen farbiger Kanten durch unpräzise Druckfehler und Klischees ‒ zeugt von einer heute fast verlorenen Lässigkeit im Umgang mit Gestaltung und Ästhetik.
Diese dem Künstler sympathischen Unzulänglichkeiten stehen seiner eigenen bildhauerischen
Arbeitsweise nahe. Seit jeher bewegt sich Wöhrl in einem feinen Spannungsfeld: zwischen großer
Präzision in Fertigung und Komposition einerseits und dem bewusst zugelassenen Auftreten kleiner
Macken und Imperfektionen andererseits. Im Aufeinandertreffen dieser Gegensätze entstehen
ambivalente Werke, die sensibel das Profane mit dem Elaborierten verbinden.
Das seit Generationen im kollektiven Gedächtnis verankerte Kinderspiel bildet in dieser Ausstellung den Ausgangspunkt für Wöhrls künstlerische Überlegungen. In einem spielerischen Prozess erprobt er neue Formate und Techniken: Einzelne Motive verwandeln sich in raumgreifende Skulpturen, farbintensive Wandarbeiten, Collagen und Textildrucke, die im Zusammenspiel einen vielstimmigen visuellen Klang entfalten.
Der Ausgangspunkt memory als Konzept setzt sich in Martin Wöhrls künstlerischer Formulierung in alle Register seines künstlerischen Schaffens um: Collagen, Installation, Skulpturen, Tischdecken,
Wandarbeiten - die Dekonstruktion des originalen memory hin zu diesen ganzen verschiedenen Medien.
Works
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Martin Wöhrl
Terrazzo Trientino, 2026
Contact Gallery
Pressspan, beschichtet, Aluminium
142 x 142 x 4 cm -
Martin Wöhrl
Stella (apricot), 2026
Contact Gallery
Pressspan, beschichtet, Aluminium
65 x 65 x 3 cm -
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